September bis Oktober 2025

Ausnahmsweise möchte ich in diesem Vorwort keine leichte Kost bieten, sondern meine Gedanken zu einem Thema schweifen lassen, das Euch im besten Falle zum Nachdenken bringt.
Das Thema, welches ich mir ausgesucht habe, ist Toleranz. Tja, was ist das eigentlich?
Wenn es schlicht definiert wird, bedeutet Toleranz, die Meinungen, Überzeugungen, Verhaltensweisen oder Eigenschaften anderer zu akzeptieren und zu respektieren, auch wenn sie von den eigenen Vorstellungen und Wertungen abweichen. Zudem ist es eine Fähigkeit, die Unterscheide zu ertragen, ohne negative Bewertungen vorzunehmen oder ablehnend zu reagieren.
Wow.... da steckt ja ganz schön viel drin; u.a. Akzeptanz, Duldsamkeit, Respekt und auch der Dialog, wenn man Unterschiede, egal welcher Art, festgestellt hat und diese mit seinem Gegenüber erörtern möchte.
Ich bin ehrlich, Akzeptanz ist ganz schön schwer. Mein Erachtens liegt das auch an der Vielfalt der heutigen Gesellschaft. Jeder darf und kann individuell und einzigartig sein. Die heutige Welt ist definitiv viel freier, bunter und mannigfaltiger geworden. Es dürfte unbestritten sein, dass es wichtig ist, frei zu denken und leben zu können. Diese Vielfältigkeit setzt aber auch voraus, dass wir unser Gegenüber, welches anders ist als wir es sind, den Respekt zollen, den jeder verdient.
Das fängt schon mit dem Aussehen an. Wie schnell denkt man: „ Oh je, wie sieht der denn aus?“. Da gibt es eine einfache Regel: Alles was man in 5 Sekunden (ja genau, nur 5 Sekunden) ändern kann, darf man denken und dem anderen sagen, alles andere behält man für sich. Stückchen Petersilie zwischen den Zähnen? Darf man ruhig drauf Aufmerksam machen. Die Klamotten, die Figur sind unvorteilhaft? Sofern man es doch denkt, behält man es für sich.
Schwierig wird es dann aber mit politischen oder gesellschaftlichen Meinungen, Lebensweisen, Überzeugungen. Aber auch da könnte man sich ja eine Regel ausdenken. Hat es Sinn, mit dem jeweils anderes zu diskutieren? Könnte ein ehrlicher Dialog zwischen uns zustande kommen? Von Vorteil ist eine Diskussion immer. Aber wenn man danach immer noch anderer Meinung sein sollte, kommt wieder das Wort „Toleranz“, dass man diese andere Meinung akzeptiert und das Wort „Duldsamkeit“ genau diese Andersartigkeit zu ertragen, auch wenn es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.
Was wäre die Welt schön, wenn alles so einfach wäre; ist es aber leider nicht. Ich denke, dass jeder an sich arbeiten sollte, um tolerant zu sein. Toleranz ist ein so wichtiger Bestandteil einer friedlichen und vielschichtigen Gesellschaft und daher ist es um so wichtiger, tolerant zu sein und Respekt zu haben, dafür einzustehen und einen ehrlichen Dialog zu fördern.
Das 175jährige Jubiläum Anfang Mai 2025 des Kolping Verbandes hat mich daran erinnert, dass die Kolpingsfamilie gerade auch für Vielfältigkeit, Andersartigkeit und das Verständnis dafür steht und damit für die Tugend der Toleranz steht.
Mein Vorsatz ist daher: Toleranter zu sein, mit allem was ausmacht und wofür Toleranz steht.
Treu Kolping – Eure Eleonore