Chronik der Bösen Buben

(Unterhaltungsabteilung der Kolpingsfamilie Eschweiler)

Zu den ältesten bestehenden karnevalistischen Gesellschaften und Gruppierungen in der Indestadt Eschweiler gehören die „Bösen Buben“, eine Abteilung der traditionsreichen, inzwischen 160 Jahre alten Kolpingsfamilie Eschweiler. Sie können in der Session 2010/2011 auf eine 100 jährige Geschichte zurückblicken, macht man das an klassisch ablaufenden Ritualen des Karnevalstreibens fest.

 

Als man sich nämlich am Sonntag, dem 6. Februar 1910, wie gewohnt im großen Saal des Gesellenhauses mit über 1.200 Sitzlätzen an Tischen an der Kolpingstraße traf, um wieder einmal im Zeichen des Karnevals ein Familienfest zu veranstalten, geschah dies in diesem Rahmen erstmals unter der Leitung eines närrischen Rates und unter dem Namen Böse Buben.

 

Ob es tatsächlich die Geburtsstunde des Karnevals für unseren Verein ist, könnte fraglich sein. Die Eschweiler Zeitung bringt für den 21.2.1863 die Ankündigung zur „gemütlichen Abendunterhaltung“ des erst wenige Jahre bestehenden Gesellenvereins. Hatte sich da aus der Metropole des Karnevals in Köln nicht nur das Werk Kolpings mit dem Gesellenverein sondern auch der Karneval an die Inde verschlagen? Wir wollen diese Fragen nicht weiter nachgehen, haben wir doch bisher am Gründungsdatum 1910 festgehalten.

 

Also zurück zu den Anfängen!
Nein, noch mal zurück vor 1910, nämlich zu der sehr aktiven Theatergruppe des Gesellenvereins. Sie war bereits zehn Jahre im karnevalistischen Sinne tätig, allerdings ohne einen eigenständigen Namen. Ob schon gegründete Karnevalsvereine den Ausschlag gegeben haben, auch zukünftig unter einem bestimmten Namen im Karneval tätig zu sein, lässt sich aus den Unterlagen des Vereins nicht mehr rekonstruieren. Es ist ebenso nicht mehr nachvollziehbar, wie und weshalb es gerade zu dieser Namensgebung kam, aber seit jenem 6. Febr. 1910 existiert der Name „Böse Buben“ in unseren Archiven.

 

Nicht belegbare, daher auch nicht ganz ernst zu nehmende Erklärungsversuche seien trotzdem gestattet: Könnten es die Vorläufer -nämlich die Theatergruppe- sein, die durch diesen Namen ihre wahre Identität, nämlich böse (sprich schelmische Gesellen) Buben zu sein, verrieten. Oder waren es nur die Handwerksburschen, deren schelmisches Treiben zur Namensgebung beitrug. Es bleibt für uns im Dunkeln.

 

Und damit jetzt aber wirklich zurück zur chronologischen Darstellung.

Am 26. Januar 1911 präsentierten sich die „Bösen Buben“, die auch vor den Augen strenger Karnevalisten bestehen konnten, schon mit dem ersten kompletten Elferrat unter der Leitung eines Präsidenten, nämlich Matthias Schmitz.

 

Den Akteuren wurde nicht nur der begeisterte Beifall des Hauses zuteil, es gab auch anerkennende Resonanz in der örtlichen, gestrengen Presse. Mit dieser und den folgenden Sitzungen legten die „Bösen Buben“ den Grundstein für ihren guten Ruf im Eschweiler Karneval. Am 15.2. und 22.2.1914 fanden die letzten Sitzungen vor dem Ersten Weltkrieg statt, danach setzte eine Zwangspause ein.

 

Erst am 15. Februar 1920 lud der Verein zu einer „Humoristischen Familienfeier mit Elferrat“ ein. Der bekannte Heimatdichter Peter Bündgens leitete die Sitzung im großen Saal des Gesellenhauses.


Dieser Neuanfang fang bereites im Jahr danach einen deutlichen Dämpfer. Die Besatzungsmächte beschlagnahmten vorübergehend den Saal, so dass er für die Aktivitäten der Kolpingsfamilie und somit auch der „Bösen Buben“ eine Zeit lang nicht mehr in Anspruch genommen werden konnte.

 

Trotzdem gelang es der munteren Schar auch in den Folgejahren unter der Leitung des agilen Peter Bündgens ihre Sitzungen durchzuführen, wenn auch teilweise unter beengten Platzverhältnissen. Mangelnden Platz kompensierte man dadurch, dass ganz einfach zwei Sitzungen stattfanden, um so dem interessierten Publikum gerecht zu werden.

Zum Beispiel war 1925 der örtlichen Presse nach der ersten gelungenen Sitzung zu entnehmen: „Nur ungern verließ man das Heim der Bösen Buben“ tröstete sich aber mit dem Versprechen auf eine weitere Sitzung. Und „zum Totlachen“ fand die Presse den noch im Januar des Folgejahres durchgeführten Herrenabend.

 

1930 übergab Peter Bündgens das Zepter des Präsidenten an seinen Nachfolger Jakob Szymczak, der ebenfalls in diesem Jahr zwei Sitzungen durchführte. In den Jahren 1931 bis 1933 wurden jeweils wieder 2 Sitzungen durchgeführt, wobei einer von Philipp Keuter und die zweite von Heinrich Ripp präsidiert wurden.

 

Das Jahr 1933 brachte für den Gesellenverein und damit auch für die „Bösen Buben“ einige Veränderungen. Zu Pfingsten, dem letzten großen Gesellentag, kam es in München zu Protestkundgebungen. Das Tragen von Bannern war kurzfristig verboten worden. Der offene Kampf mit den Machthabern des dritten Reiches hatte begonnen. Durch eine Organisationsstruktur wurden die bisherigen Gesellenvereine zum 1.10.1933 in Kolpingsfamilien umbenannt. Als Folge der Wirtschaftskrise wurde dann auch noch der Wirtschaftsbetrieb des Kolpinghauses mit dem großen Saal eingestellt und das Haus am 16.12.1933 zwangsversteigert. Zwar fanden in den beiden Folgejahren die Sitzungen dort noch statt, für die großen Fastnachtsbälle 1934 und 1935 konnte man glücklicherweise in das Hotel Ratskeller ausweichen. Ab 1936 wurde das Haus von Reth am Markt das neue Stammquartier der Kolpingsfamilie und der Bösen Buben. Und von diesem Zeitpunkt bestimmte auch der bisherige „Senior“ Arnold Güldenberg (nach heutigen Maßstäben mit einem Vorsitzenden vergleichbar) wo es mit der karnevalistischen Truppe lang ging. Er war es auch, der am 12.2.1938 die letzte Sitzung als Herrenabend leitete.

 

Jetzt setzte die offene Verfolgung der kirchlichen Organisationen ein. Offene Aktivitäten der Kolpingsfamilie und damit auch der Bösen Buben waren  nicht mehr möglich. Am 14.5.1938 entschloss sich der Verein, jegliche Berichterstattung einzustellen und auch kein Protokollbuch mehr zu führen, um es dem möglichen Zugriff der Gestapo zu entziehen. Auch das Vereinsvermögen wurde verschenkt. Da der neue Pfarrbezirk Herz Jesu zu diesem Zeitpunkt eine neue Kirche errichtete, spendete man den Betrag von 1.000 Mark zur Beschaffung einer Glocke mit der Auflage, sie Adolph Kolping zu weihen. Die Inschrift auf der Glocke zeugt bis heute davon. Das übrige Vereinsvermögen ging zum Teil an die Pfarrbücherei und zu einem  wesentlichen weiteren Betrag in die seelsorgerische Arbeit der Pfarre St, Peter und Paul. Der Beginn des zweiten Weltkrieges setzte dann endgültig den vorläufigen Schlusspunkt unter jedwede unterhaltende oder karnevalistische Tätigkeiten.

Erst 1947 traf man sich wieder zur ersten karnevalistischen Veranstaltung nach dem Krieg im erhaltenen Teil des sonst kriegszerstörten Gesellenhauses.


Unter der Leitung von Willi Schnock sollte es dann aber 1948 wieder richtig losgehen. Der Saal Radermacher an der Uferstraße – das leider vor Jahren abgebrannte Uferlos – diente als Veranstaltungssaal.

 

Damit kehrte die Kolpingsfamilie an einen ihr wohl bekannten Ort zurück, war doch dieses Haus nach knapp 2 jähriger Bauzeit am 10. Juli 1874 als erstes Gesellenhaus in Eschweiler bezogen worden. Es wurde später jedoch verkauft, nachdem man den großen Saal an der Kolpingstraße gebaut hatte. Der Verkaufserlös diente der Mitfinanzierung.

 

Der neu gewählte Präsident Willi Schnock trat mit viel Enthusiasmus und einer – kriegsbedingt – stark verjüngten Mannschaft an. Mit viel handwerklichem Geschick und unter Einsatz bescheidenster Mittel hatte man eine Bühne geschaffen, wo sich nicht nur der Elferrat, sondern wo sich auch zum ersten Mal in der Geschichte der „Bösen Buben“ mit Änne Stärk die Figur des „Kott Lies’gen“ präsentierte. Sie gehört seitdem zum festen Bestandteil der Auftretenden.

 

Der große Erfolg der bis auf den letzten Platz ausverkauften Sitzung machte Mut, und so wagte man schon ein Jahr später den Sprung in den größeren Saal im Bürgerhof Flatten an der Röthgener Straße. Unter dem Motto „Mit Blitz und Raketen“ musste aber Willi Volberg vertretungsweise diese gelungene Sitzung im vollbesetzten Saal leiten. Christel Schlösser fungierte als „Kott-Lies’gen“.

 

Das 40 jährige Bestehen wurde mit einer großen Jubiläumssitzung am 7.1.1950 gefeiert. Der Alt- und Ehrenpräsident Peter Bündgens übergab an diesem Abend die Präsidentenkette, die er über die Kriegsjahre hinweg gerettet hatte, an dem amtierenden Präsidenten „Schmalen Willi“, Willi Schnock.

 

Und noch ein Ereignis kennzeichnet das Jubiläumsjahr. „Männ I“ Wacker, 1962 Karnevalsprinz in Eschweiler schrieb für uns den Böse-Buben-Marsch, der seit diesem Zeitpunkt unverändert intoniert wird. Als Aushängeschild „Kott-Lies’gen“ präsentierte sich Hildegard Vogts. Der Erfolg des Abends war so überwältigend, dass man sich spontan zur Wiederholung der gesamten Sitzung eine Woche später entschloss.

 

Von soviel Aufblühen angesteckt, entwarf Hubert Havenith – vielen als selbständiger Handwerksmeister aber auch ausgezeichneter Künstler bekannt – für die Session 1951 die neue rot-weiße Saaluniform. Dem „Buben“ gerecht werdend, kam zur kurzen schwarzen Hose das weiße Hemd mit großem Kragen und einer üppigen schwarzen Fliege sowie dem rot-weißen Käppchen mit einem Täfelchen. Dazu trug man lange weiße Strümpfe und schwarze Schuhe. Erstmals zeigten sich die Bösen Buben auf der in diesem Jahr im Burghof, Burgstr. 60 stattfindenden Sitzung und im Rosenmontagszug in diesen neuen Uniformen, in dem sie ebenfalls erstmalig einen Mottowagen mitführten.

 

Die an zwei aufeinander folgenden Tagen stattfindenden Sitzungen im Jahre 1954 standen unter dem Zeichen „ 4 x 11 Jahre Böse Buben und 100 Jahre Kolpingsfamilie Eschweiler“. Von der Eschweiler Presse wurden sie als Höhepunkte im indestädtischen Karneval bezeichnet.

Käthe Muckel wurde im Jahre 1955 als neues „Kott-Lies’gen“ gefiert. Sie sollte für die nächsten Jahre ständiger Begleiter der „Böse Buben“ sein.

 

1958/1959 feierte dann Willi Schnock“ sein 11-jähriges Präsidentenjubiläum. Er bereitete auch das 50.jährige Jubiläum der „Bösen Buben“ im Jahre 1960 vor. Das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler und viele befreundete Karnevalsgesellschaften gratulierten zum Jubiläum. Ein besonderes Gastgeschenk brachten die Roten Funken durch den Auftritt des Fanfarencorps.

 

Als Besonderheit darf aber auch das 50-jährige Jubiläum von Willi Görres genannt werden, der nicht nur zu den Mitbegründern „Bösen Buben“ gehörte, seit der Gründung Mitglied im Elferrat war und vor allen Dingen auch zu den Sponsoren gehörte. Josef Rosenbaum, der über viele Jahre als vorbildlicher Zeremonienmeister gewirkt hatte, übergab den „Taktstock“ als Walter Ehser.

 

Im Folgejahr saß mit Joep Schmitz – ehemals Wirt zum Treppchen – vertretungsweise ein neuer, aber sehr bekannter Mann auf dem Präsidentenstuhl, tatkräftig unterstützt vom ebenfalls neu eingeführten Kott-Lies’gen Annemarie Fourné.

 

Eine neue Ära begann 1962 nut der Übernahme des Präsidentenzepters durch Josef Thielen. In der ersten, von ihm geleiteten Sitzung, begrüßte er als Kott Lies’gen Anneliese Junk.
Mit viel Engagement und Begeisterungsfähigkeit versuchte er das Wirken der Kolpingsfamilie und insbesondere der „Bösen Buben“ noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Dies war ihm mit der Einladung des Prinzen „Männ I“ Wacker zum großen Ball am Fastnachtssonntag, selbst einmal bei den „Bösen Buben“ zu Hause gewesen, bestens gelungen. Damit sollte er den Grundstein für eine sich langsam anbahnende Mitgliedschaft der „Bösen Buben“ im Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler für die Zukunft legen.

 

Im Jahr 1964 stellten die „Bösen Buben“ die Sitzung aus aktuellem Anlass (1962 gab es die erste bemannte Erdumkreisung) unter das Motto: Fahrt zum Mond. Ihr Raketensymbol war Wirklichkeit geworden. Das Science Fiktion Programm war noch lange in aller Munde. 1968 trat zum ersten Mal die Gesangsformation „die Inde-Singers“ auf der großen Sitzung auf.

Josef Thielen, der 1969 sein 40-jähriges Jubiläum feiern durfte, musste leider zweimal kurzfristig auf eine Mitwirkung bei der Sitzung aus Gesundheitsgründen verzichten. So präsidierten in den Jahren 1967 und 1968 Josef Kuth und Hans Winnen als „Doppelpack“ die Sitzungen.

 

Als dann Josef Thielen 1972 seine letzte Sitzung leitete, war der Abschied für ihn zwar schwer, jedoch die Rücksicht auf Familie und Gesundheit waren stärker. Sein Wirken für die Idee Kolpings und für die gute Sache „Böse Buben“ können nicht hoch genug gelobt werden. Am Schluss seiner letzten Sitzung wurde er von seinem designierten Nachfolger unter stürmischem Beifall des närrischen Auditoriums verabschiedet.

 

Auf der Sitzung im Jahr 1973 gab Winfried Kuth seinen Einstand. In der Presse hieß es: „Es war nicht nur eine große, sondern eine großartige Sitzung“. Dies war „Programm“ für die Zukunft. Wollte man auf der Bühne der Großen mitmischen, musste man sich immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. So griffen die „Bösen Buben“ die in der Presse dargestellte Atuatuca-Idee auf und schufen aus diesem Gedanken heraus ihren Sessionsorden, der nicht nur von der Öffentlichkeit stark beachtet , sondern auch weit über Eschweiler hinaus bekannt und zum Sammlerobjekt wurde. Zu „6 x 11 Jahre Böse Buben“ im Jahre 1976 war der Eschweiler Marktplatz auf der Bühne dargestellt, und die Sitzung lief zum ersten Mal in der Geschichte ohne einen Elferrat ab. Mit dieser Vorreiter-Rolle sind die „Bösen Buben“ bis heute einmalig in Eschweiler geblieben. So konnten in den Folgejahren belebte Bühnenbilder der Hintergrund für gut besuchte Sitzungen sein, die seit dieser Zeit auch mehr und mehr das Publikum zu passenden Kostümen auf unseren Sitzungen animierten.

Im Mai 1976 wurde nach einem Beschluss der Mitgliederversammlung der Antrag an das Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler auf Aufnahme der „Bösen Buben“ gestellt. Diesem Begehren wurde einstimmig entsprochen, und so konnten die „Kolpingsfamilie Eschweiler, Abteilung Böse Buben“ als 15. Mitglied aufgenommen werden.

 

Für 1977 ist als Besonderheit zu vermelden, dass hier zum ersten Mal der 1976 gegründete Chor „die Burgspatzen“ für Furore sorgte. Der Chor war aus einer Laune heraus auf einem Grillfest auf der Nothberger Burg ins Leben gerufen worden mit dem Ziel, das gezeigte Bühnenbild mit launigen Liedern, passenden Kostümen und viel Schau zu unterstützen, was auch trefflich mit den Themen der Folgezeit gelang. Mit den Themen Wild-West-Saloon, Hamburg, Venedig, Alt Berlin und Alt Eschweiler, Ausflügen in die Berge und zu Vater Rhein fand man in den Folgejahren von Vereinsmitgliedern hervorragend gestaltete Bühnenbilder und die hieraus weitgehend abgestimmten Programme. Wesentlichen Anteil an der Bühnengestaltung hatten dabei die jeweiligen Leiter des Bühnenbauteams Norbert Schlösser, Franz Muhr, Udo Brandenburg und Hajo Stumm und aktuell Eleonore Kuth.

 

Zwei wesentliche Ereignisse fallen in die Amtszeit des Präsidenten Winfried Kuth: Zum einen forcierte er mit Zustimmung der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie Eschweiler die aktive Mitgliedschaft im Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler. Und zum zweiten kreierte er zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit Resi Meister im Jahre 1976 ein Tanzmariechen, das ab diesem Zeitpunkt das bisherige Kott-Lies’gen ablöste. Erst 1982 wurde Resi Meister von Gabi Franken beerbt.

 

Nach dem Jubiläumsjahr 1985 übergab Winfried Kuth den Präsidentenstab an seinen Nachfolger Hajo Stumm. Auch er setzte die Tradition der elferratsfreien Bühnen fort. Das Zeitgeschehen oder wesentliche Ereignisse einbeziehend, waren Bühnenbilder wie 50 Jahre Deutsches Fernsehen im Jahre 1986 oder 150 Jahre Deutsche Eisenbahn (1991) genauso Höhepunkte wie farbenprächtige Themen aus Südamerika (1981) 1001-Nacht (1989). Herrliche Stadtansichten von Paris (1993), Manhatten (1996) und Moskau (1997) sind ebenfalls herausragende Bilder gewesen. Aus eigenen Reihen entstanden ein Männerballett und eine Damentanzgruppe, die bis heute, allerdings mit wechselnden Personen stimmungsvolle Punkte auf unseren Sitzungen oder sonstigen Veranstaltungen sind. 1987 wurde Tanzmariechen Gabi Franken durch Petra Burchartz abgelöst und auch Walter Ehser gab nach 17 Jahren das Amt des Zeremonienmeisters an Peter Frings weiter. 

 

Auch 1993 gab es  Veränderungen. Hans Federau wurde als Präsident gewählt. Im gleichen Jahr übergab auch Tanzmariechen Petra Burchartz an Marion Christoph, die bis 1998 mit ihrem Charme die rot-weißen Farben unserer Gesellschaft vertrat. 1999 trat Nicole Bergrath in die Fußstapfen von Marion Christoh und füllte diese 4 Jahre aus. Nur 2001 musste sie aus persönlichen Gründen aussetzen und Marion Christoph zeigte, dass sie auch nach langer Pause nichts von ihrem tänzerischen Können verlernt hatte. Ein kleines Sternchen tauchte 2002 mit Alexandra Hackbarth am Tanzhimmel in Erscheinung. Sie konnte sich nach dem Ausscheiden von Nicole Bergrath im Jahre 2004 an die erste Position setzen.
 
Und auf dem tänzerischen Parkett gab es 2005 dann wieder eine Neuerung; Rebecca Franken und Patrik Kahnert stellten sich als Tanzpaar vor. Hans Federau hatte mit Bühnenbildern z. B. aus Paris, mit dem Zigeunerleben, dem närrischen Sechstagerennen, den Ausflügen nach Moskau und Amerika pünktlich zum 8 x 11 jährigen Jubiläum der Bösen Buben „Eischwiele, os Heimatstadt“ erreicht. Eine grandiose Sitzung krönte das Jubiläumsjahr mit vielen bekannten Auftretenden der Eischwiele Fastelovend. Bevor er mit den „60er Jahren“ seine Laufbahn beschloss, war er Kapitän im „Raumschiff Enterprise“, glänzte er als „Asterix“, vergnügte sich im „Biergarten in Bayern“ und zeigte, was die Schotten in „Schottland“ unter dem Rock haben.

2007 war das Jahr der ganz großen Veränderungen bei den „Bösen Buben! Guido Kuth stellte sich erstmals als Präsident vor. Sein wichtigster Adjutant, nämlich Zeremonienmeister Peter Frings sagte auch der aktiven Laufbahn ade. Erstmals in der Geschichte der Bösen Buben aber auch erstmals im Eschweiler Karneval rückte mit Ute Henrotte eine Frau auf diesen Posten vor. Auch die bisherigen „Strippenzieher“ in Saal- und Bühnenregie gaben ihre Aufgaben an die jüngere Generation ab.

 

Ein wesentlicher Wechsel war aber auch der Abschied vom Veranstaltungssaal für die Sitzung, nämlich dem Burghof.. Nach reiflicher Überlegung wechselte der Verein die Veranstaltungsräume für die Sitzung vom Saal „Bursch Marie“ (Maria Bauer) in den neue gestalteten Saal Flatten, Röthgener Straße. Auch die bisher seit 1979 in der Gaststätte Lersch stattgefundenen Erbsensuppenessen wu5rden in den Saal Flatten verlegt.

 

Mit dem im Saal Flatten weiter beheimateten Karnevalsvereinen Blaue Funken, Lustige Reserve und Trammebülle fand ebenfalls 2007 erstmals mit überwältigendem Erfolg ein Gemeinschaftsball am Karnevalssamstag statt. Damit ging gleichzeitig eine alte Tradition der Karnevalsbälle für unsere Gesellschaft zu Ende, die zunächst im Saal Radermacher (Uferstraße) später im Burghof und danach ab 1989 im Hause Lersch stattgefunden hatten.

Vor dem Hintergrund einer holländischen Szene debütierte Guido Kuth am 3.2.2007 mit einem ausgezeichneten Programm vor einem mehr Besucher fassenden Saal. Julia Wintz als Tanzmariechen genauso zum ersten Mal dabei, wie das Kindertanzmariechen Isabell Schmidt. Im Jahre 2008 brillierten die beiden nicht nur durch die Einzeltänze, sondern insbesondere durch viel beachteten Gemeinschaftstanz zu orientalischen Klängen, der spontan durch den anwesenden Komiteepräsidenten Norbert Weiland zum Prinzenempfang im Rathaus am Karnevalssamstag verpflichtet wurde.

 

2008 feierten die „Inde-Singers“ ihr 40 jähriges Jubiläum nicht nur auf der Bühne bei der Sitzung der „Bösen Buben“. Die Gruppe ist heute auf allen großen Bühnen zu Hause. Ohne Übertreibung kann man sie heute als das Aushängeschild der „Bösen Buben“ bezeichnen. Die Auftritte beim WDR –Närrische Hitparade machten sie weit über die Region bekannt. Mit einem gelungenen Konzert beim Festabend in der Kinzweiler Festhalle glänzte die 7-köpfige Gruppe mit eigenen Liedern und konnte sich auch über einige bekannte Überraschungsgäste freuen.

 

Das Närrische Jubiläum 9 x 11 Jahre wollten die „Bösen Buben“ 2009 bewusst nicht so groß feiern. Mit ihrer Bühnenschau aus dem „Märchenland“ – der 11. Bühne des Bühnenbauteams unter Leitung von Eleonore Kuth wollten sie vielmehr dem 100 jährigen den Weg bereiten, was mit einem märchenhaften Sitzungsprogramm einiges erwarten ließ. Denn mit von der Partie waren gleich zwei Nachwuchstalente. Jonas Wintz, seit 2007 Standartenträger und heutiger Vizepräsident unserer Gesellschaft, brillierte mit einem grandiosen Einzelvortrag aus der Bütt. Sebastian Majehrke wusste mit seinem Opa – Büttenrednerurgestein Matthias Junk, der seit 1975 mit nur einer Unterbrechung die begehrten Orden der „Bösen Buben“ entworfen hat, in einem tollen Zwiegespräch zu überzeugen. Seit einigen Jahren entwirft Eleonore Kuth die Orden der „Bösen Buben“.

 

Die in der Sparkasse Aachen, Zweistelle Eschweiler, stattgefundene und viel besuchte Ausstellung über die 100jährige Geschichte in Bildern, Orden, Kostümen, Schriften und Zeitungsberichten zeigte das bewegte Leben einer ideenreichen kleinen Gruppe bodenständiger Karnevalsfreunde, die mit viel Enthusiasmus, Frohsinn und Freude dem Heimat verbundenen Brauchtum Karneval zu Leben verhelfen.
 
Dem Chronisten, Winfried Kuth, danken wir für die Erstellung der ersten 100 Jahre der „Bösen Buben“ ganz herzlich.